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2026

Buy vs. Make: Die Entscheidungshilfe für Netzbetreiber

Buy vs. Make: Die Entscheidungshilfe für Netzbetreiber
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Eigene Lösungen erscheinen auf den ersten Blick günstiger. Aber mit schwer kalkulierbaren Folgekosten, hohem Wartungsaufwand und bei jeder Gesetzesänderung neuen Aufwänden summieren sich die versteckten Kosten erheblich. Was die realistische Rechnung zeigt — und warum 2026 der richtige Zeitpunkt für eine Entscheidung ist.

Das Problem mit "Es funktioniert irgendwie"

Viele Netzbetreiber arbeiten mit einer Kombination aus ERP, GIS und selbst gebauten Tools – ergänzt durch Excel-Listen und manuelle Übergaben zwischen Systemen. Das funktioniert. Irgendwie.

Irgendwie – solange niemand krank ist. Solange sich das Gesetz nicht ändert. Solange das Volumen nicht weiterwächst.

Dann kommen §14a, NIS-2, das nächste BDEW-Update — und aus "funktioniert irgendwie" wird "funktioniert nicht mehr". Die Frage ist nicht, ob man dann handeln muss. Sondern ob man das reaktiv tut — oder proaktiv.

Was das Volumen konkret bedeutet: Netze BW, einer der größten Verteilnetzbetreiber Deutschlands mit rund 25.000 Trafostationen und 100.000 km Gesamtnetz, verzeichnet im Niederspannungsnetz beispielsweise jährlich mehr als 60.000 Anschlussbegehren — mit steigender Tendenz. Das entspricht rund 240 Anschlussbegehren pro Werktag. Wer das mit manuellen Prozessen und fragmentierten Systemen bewältigen will, stößt strukturell an Grenzen.

Die versteckten Kosten, die niemand misst

Die meisten Netzbetreiber sehen ihre direkten Kosten: Lizenzgebühren, gelegentliche Implementierungsprojekte. Was selten gemessen wird:

Gesetzesänderungsaufwand

Zum Beispiel bringt §14a eine neue Anforderung — mehrere Systeme müssen angepasst werden. Mehrere Teams sind involviert, mehrere Tests, mehrere Male das Risiko, dass etwas nicht mehr zusammenspielt. Das wiederholt sich bei jeder gesetzlichen und technischen Änderung, jedes Mal.

Integrationskosten

Laut internationalen Branchenbenchmarks (Panorama Consulting, Gartner) kostet eine einzelne Enterprise-Integration zwischen 15.000 und 100.000 USD — und das ist nur der initiale Aufwand. Der laufende Wartungsaufwand kommt jährlich obenauf.

Wissensabhängigkeit

Wer hat die Schnittstelle damals gebaut? Wer versteht das Datenmodell noch? In vielen Betrieben ist dieses Wissen bei wenigen Personen konzentriert — oft Mitarbeitenden, die in den nächsten Jahren in Rente gehen. Das ist kein abstraktes Risiko. Es ist ein konkreter Übergabe-Engpass.

IT-Kapazitäten in Maintenance

IT-Teams, die Schnittstellen warten, testen, Fehler beheben, stehen für strategische Projekte weniger zur Verfügung. Die Opportunitätskosten sind schwer zu beziffern — aber real.

Was "Eigenentwicklung" wirklich bedeutet

Wer eine Eigenlösung betreibt, ist nicht nur Netzbetreiber — sondern auch Softwareunternehmen. Mit allem was das bedeutet: Ressourcen für Entwicklung und Wartung, Compliance-Verantwortung, Sicherheitsupdates, Testing bei jeder Gesetzesänderung.

Das ist eine strategische Entscheidung — keine technische. Und sie lohnt sich nur, wenn der Kernprozess so spezifisch ist, dass kein externer Softwareanbieter ihn abbilden kann. Für Netzanschluss, §14aEnWG, Einspeisermanagement und Konzessionsmanagement und Co. trifft das glücklicherweise nicht zu.

Was die Rechnung aus der Praxis zeigt

Ein Netzbetreiber-Kunde mit 9.000 Einspeisern und 50–60 Anfragen pro Tag hatte jährliche Prozesskosten von 693.000 € — verteilt auf 25 involvierte Mitarbeitende in einer fragmentierten Systemlandschaft. Mit dem Einspeiseportal, einem Modul der epilot Netzplattform, wurden diese Kosten auf 346.000 € halbiert. Das entspricht einer jährlichen Einsparung von 226.500 € nach Lizenzkosten — bei einem Go-Live in 2 Monaten und einem ROI unter 12 Monaten.  

Das Einspeiseportal ist nur ein Bestandteil der Netzplattform von epilot. Der Gesamteffekt ist entsprechend größer, wenn mehr Komponenten der Plattform wie Vertical AI, Kundenportal, Konzessionsmanagement, Netzanschluss usw. end-to-end implementiert werden. Die epilot Netzplattform kann für bestimmte Use Cases oder als zentrales Element der zukunftsfähigen Architekturlandschaft eingesetzt werden. Offene Schnittstellen und eine volle Integrierbarkeit in ERP, GIS und andere Umsysteme garantieren die reibungslose Zusammenarbeit.  

Was sich nach der Konsolidierung der Inselsysteme ändert

Die ersten Wochen bedeuten Umstellung. Was danach passiert:

Der Gesetzesänderungsaufwand sinkt strukturell

Wenn eine neue gesetzliche Anforderung erscheint, wird sie einmal in der Plattform umgesetzt — und gilt automatisch für alle Prozesse. Kein Projekt, kein Koordinationsaufwand zwischen Teams, kein dreifaches Testing.

Integrationskosten fallen weg

Keine Schnittstellen mehr, die gebaut, gewartet und bei jedem System-Update geprüft werden müssen. Was heute mehrere Wartungsposten erzeugt, läuft auf einer gemeinsamen Datenbasis — und skaliert mit wachsendem Volumen ohne neue Aufwände.

Wissensabhängigkeit wird abgebaut

Prozesse, die heute im Kopf einzelner Mitarbeitender stecken, sind in der Plattform dokumentiert und strukturiert. Wenn jemand in Rente geht, krank wird oder das Unternehmen verlässt, geht das Wissen nicht mit.

IT-Kapazitäten werden frei

Teams, die heute Schnittstellen warten und Fehler beheben, können strategische Projekte übernehmen. Die Plattform übernimmt den Maintenance-Aufwand — IT gestaltet, statt zu verwalten.

Und wenn die nächste Gesetzesänderung kommt, ist es kein Projekt mehr — sondern ein Blueprint-Update.

Warum 2026 der richtige Zeitpunkt ist

Für Netzbetreiber, die 2026 entscheiden, kommt ein regulatorisches Argument hinzu: Das Fotojahr Strom 2026 bedeutet, dass Software-Investitionen dieses Jahr als anerkannte Betriebskosten in die Erlösobergrenze für 2029–2033 einfließen — und über fünf Jahre über Netzentgelte refinanziert werden. Wer wartet, zahlt die Lizenzkosten in vollem Umfang selbst.

Die eigentliche Frage ist nicht ob eine Konsolidierung sinnvoll ist. Sondern wann. Und 2026 ist die Antwort.

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Quellen

  • Gartner (2023): ERP Implementation Research — Integrationskosten und Projektrisiken.  
  • epilot GmbH (2025): intern validierte Kundenzahlen (Prozesskosten, Einsparung, ROI).  
  • Bundesnetzagentur: Anreizregulierungsverordnung (ARegV) — Grundlage für Fotojahr und Erlösobergrenze.  
  • 50,2 Magazin, Branchenguide Smart Grid — Technologien und Lösungen für die Stromnetze der Zukunft (01/2026), S. 10–11: Fachbeitrag Netze BW — mehr als 60.000 Anschlussbegehren jährlich im Niederspannungsnetz.

Häufige Fragen

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